Mai 2026

JUGEND FORSCHT 2026
Jasper Haeberle gewinnt auf dem Landeswettbewerb den 2. Platz im Fachgebiet Chemie

Jasper Haeberle ist im ersten Ausbildungsjahr als Chemielaborant bei der Firma Nehlsen Industrieservice GmbH & Co. KG tätig, ein überregionale Entsorgungsunternehmen mit dem Hauptsitz in Bremen.

Neben vielen anderen Abfällen werden dort auch wässrige Abfälle, die Mineralöl enthalten, großtechnisch aufbereitet. Zur Entfernung von Kohlenwasserstoffen werden den Abwasserbehandlungstanks unter anderem Kohlepartikel hinzugegeben, an deren Oberfläche die Kohlenwasserstoffe adsorbieren können. Dabei wird entweder der preiswertere, aus Braunkohle hergestellte Herdofenkoks (HOK) oder aber die aus Kokosnussschalen gewonnene Aktivkohle (AK) verwendet.

Jasper Haeberle hatte sich zum Ziel gesetzt, die Eignung beider Stoffe in diesem Prozessschritt systematisch zu untersuchen. Hierzu bestimmte er zunächst im Labor die Iod- sowie die Methylenblauzahl, mit welchen sich die Adsorptionskapazität von Stoffen bestimmen lässt. Die Methylenblauzahl von HOK und AK waren sehr ähnlich. In kinetischen Studien konnte Jasper zeigen, dass Anbindung des Methylenblaus an die AK jedoch schneller erfolgte. Die Iodzahl der AK lag um 53% höher als die des HOK, was darauf hindeutet, dass AK eine höhere Anzahl an feinen Poren aufweist, in welche auch kleinere Moleküle diffundieren können.

Diesen Voruntersuchungen folgten Untersuchungen mit Abwässern, die die großtechnische Abwasserbehandlung im Labormaßstab nachbildete. Dabei wurde u.a. mittels chromatographischer Verfahren die Konzentration verschiedener Kohlenwasserstoffe vor und nach AK- bzw. HOK-Behandlung bestimmt. Sowohl AK als auch HOK waren in der Lage, die Konzentration der Kohlenwasserstoffe unter die gesetzlichen Grenzwerte zu senken. Um die maximale Beladbarkeit der Stoffe zu testen, wurde den Abwässern über verschiedene Standards außerdem definierte Mengen an Kohlenwasserstoffen hinzugegeben. Bei sehr hoher Belastung mit adsorbierbaren, organisch-gebundenen Halogen (AOX) zeigt sich, dass die AK die Konzentration um 30-40% stärker reduzierte als HOK.

Jaspers Analysen einer beispielhaften Abwassermatrix wurden wissenschaftlich-solide ausgeführt und daher auf dem Landeswettbewerb mit dem 2. Platz im Fachgebiet Chemie ausgezeichnet. Überdies erhielt er auf dem Regionalwettbewerb den Sonderpreis für Umwelttechnik und auf dem Landeswettbewerb den Sonderpreis für Auszubildende.

Herzlichen Glückwunsch zu diesem Erfolg!